
Urlaubsdomizil: Die Insel Halsnøy, sie liegt etwas südlich von Tysnes und östlich der Insel Stord, also etwa 2,5 Stunden südlich von Bergen.
Angelrevier: Einer Bucht des Klosterfjord, sie hat Durchmesser von einem Kilometer und liegt im Westen der Insel Halsnøy.
Vorgeschichte: Eine Woche lang hatte ich mit wechselndem Erfolg geangelt und dabei nur einen schönen Schellfisch von 6 Pfund, einige Köhler, Pollacks, einen Knurhahn und Dorsche bis 8 Pfund gefangen.
Am Sonntag, den 17.Juli herrschte ein mäßiger Wind aus südwestlichen Richtungen. Ich nahm einige Krebse (Wollhandkrabben) aus meiner kleinen Köderfischreuse und bin rausgerudert. Auf dem Weg zur Landzunge bissen einige kleinere Makrelen. Außerdem habe ich versucht Dorsche zu erwischen. Kein Glück, aber auch das Echolot zeigte keinerlei Fisch an.
An der Landzunge - am Vortag standen hier die Makrelen gestapelt - befestigte ich eine Wrackangelmontage wie wir sie auch in den Niederlanden benutzen mit zwei etwa ein Meter langen Vorfächern am Wirbel. Als Gewicht nahm ich einen 125 Gramm Pilker ohne Drillinge, als Köder Makrelenfetzen und ein halbe Krabbe. Als Rolle benutzte ich eine Shimano Aerlex mit 0,20er geflochtener Schnur, die Rute war von Mitchell (Excellance) 3 Meter lang, mit einem Wurfgewicht von 20-70 Gramm. Als Haken hatte ich einen 6/0 er kurzschenkligen Ownerhaken montiert.
Unweit der Stelle an der ich am Vortag einige Makrelen ausgenommen und die Reste über Bord geworfen hatte, versuchte ich in unmittelbarer Nähe der Landzunge (30 - 40 Meter) mein Glück.
Die Wassertiefe schwankt dort zwischen 20 und 110 Meter, aber ich versuchte rudernd die Drift auszugleichen und an einer Stelle "stehen zu bleiben" um in knapp 40 Metern Wassertiefe meine Köder zu platzieren.
Das Echolot zeigte heute keinen Fisch an, und auch die Würfe mit der Spinnrute - bevor ich auf Naturköder umstellte - brachten keinen Erfolg: Die Schwärme waren weg!
Ich hatte also die Montage im Wasser, die Rute steckte im Rutenhalter, die Bremse war locker eingestellt und ich ruderte ganz leicht um nicht weg zutreiben.
Plötzlich bog sich die Rute leicht nach unten, ich griff die Rute und hoffte: Bitte kein Hänger. Aber es war ein Fisch. Ich bekam erstmal keine Schnur, aber der Fisch zog auch nicht. -
Ein Blick auf das Echolot zeigte mir, dass ich ins Flachere trieb, also bediente ich abwechselnd das linke und rechte Ruder und hielt nur den Kontakt zum Fisch. Zum Glück gelang das Manöver und das Echolot zeigte 45, später 59 Meter an. Nach und nach konnte ich etwas Schnur gewinnen, allerdings zog der Fisch auch immer wieder einige Meter von der Schnur von der Rolle.
Zwischendurch entstand eine Pattsituation, weder der Fisch noch ich konnten Schnur gewinnen. Merkwürdigerweise machte ich mir gar keine Gedanken über die Größe des Gegners, ich war einfach nur sehr neugierig was wohl an die Oberfläche kommen würde.
Ansonsten sagte ich mir nur: Du hast Zeit, das Boot ist inzwischen aus dem Flachen weggetrieben und einige Meter Schnur hatte ich auch schon gewonnen. Die Geflochtene, das Vorfach, die Wirbel und die Knoten hielten, ich pumpte, gab zwischendurch etwas Schnur und der Fisch kam langsam an die Oberfläche. Riesig! Ein großer Leng! Beim zweiten Versuch klappte auch das Gaffen und der Fisch war im Boot. - Nach dem Abschlagen konnte ich einen Jubelschrei nicht unterdrücken. Jetzt bemerkte ich auch ein Nachbarboot mit zwei netten Brandenburgern, die mir gratulierten und netterweise fotografierten. Sie waren auch in der Nähe geblieben um mir eventuell zu helfen.
An Land zeigte die alte Federwaage am Schlachthaus 20 Kilogramm an, die Länge des Leng war mit 168 Zentimeter recht passabel.
Hans-Joachim Franzen
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